Ratgeber · 5 Min. Lesezeit

Warum die lange Startseite bei Google verliert und eine Seite pro Leistung gewinnt

Warum One-Pager bei Google kaum ranken und wie kleine Betriebe in Österreich ihre Leistungen Schritt für Schritt auf eigene Seiten aufteilen.

Viele Websites kleiner Betriebe bestehen aus einer einzigen langen Seite: oben ein Foto, darunter „Über uns“, dann alle Leistungen untereinander, am Ende das Kontaktformular. Für Besucher wirkt das übersichtlich. Für Google ist es ein Problem, denn Google bewertet nicht Betriebe, sondern einzelne Seiten. Und eine Seite, die alles behandelt, ist für keine Suchanfrage die beste Antwort.

Wie Google Seiten Themen zuordnet

Google ordnet jeder Seite (jeder eigenen Adresse) ein Hauptthema zu. Dieses Thema liest Google aus dem Seitentitel, der Hauptüberschrift, dem Text und den Links, die auf die Seite zeigen. Sucht jemand nach „Badsanierung Steyr“, vergleicht Google alle Seiten, die dieses Thema behandeln, und zeigt jene, die es am klarsten und vollständigsten abdecken.

Eine Startseite, die Badsanierung, Heizungstausch, Solaranlagen und Notdienst gleichzeitig beschreibt, hat kein klares Hauptthema. Ihr Titel lautet meist nur „Firma Huber, Installateur in Steyr“. Jede einzelne Leistung bekommt darin drei Sätze. Gegen eine Konkurrenzseite, die sich auf 600 Wörtern nur mit Badsanierung beschäftigt, verliert diese Startseite fast immer.

Warum ein One-Pager nicht für zwei Themen ranken kann

Nehmen wir einen Tischler in Gmunden. Seine Kunden suchen nach „Küche nach Maß Gmunden“ und nach „Badmöbel Gmunden“. Das sind zwei verschiedene Suchanfragen mit zwei verschiedenen Absichten. Ein One-Pager kann nur einen Seitentitel und nur eine Hauptüberschrift haben. Schreibt der Tischler „Küchen und Badmöbel nach Maß“ hinein, ist die Seite für beides nur zur Hälfte zuständig. Google zeigt dann lieber zwei Mitbewerber, die je eine eigene Seite dafür haben.

Dazu kommt: Wer nach Badmöbeln sucht und auf einer Seite landet, die mit Küchen beginnt, scrollt oft nicht bis zum passenden Abschnitt, sondern klickt zurück. Auch das registriert Google.

Welche Leistungen eine eigene Seite verdienen

Die Regel ist einfach: Alles, was Kunden separat suchen oder separat beauftragen, bekommt eine eigene Seite. Ein Installateur wird für einen Heizungstausch beauftragt, nicht für „Installationen“. Eine Physiotherapeutin wird wegen Rückenschmerzen gesucht, nicht wegen „Therapie“.

Nicht jede Kleinigkeit braucht eine Seite. „Wasserhahn tauschen“ ist ein Punkt in der Liste auf der Seite „Sanitär und Reparaturen“, keine eigene Seite. Fragen Sie sich bei jeder Leistung: Würde jemand genau danach googeln und dafür einen Auftrag erteilen? Wenn ja, eigene Seite. Wenn nein, Unterpunkt.

So ist eine gute Leistungsseite aufgebaut

Eine Leistungsseite muss kein Roman sein, aber sie muss das Thema vollständig behandeln. Bewährt hat sich diese Reihenfolge:

  • Seitentitel: Leistung plus Ort, etwa „Badsanierung in Steyr: Planung, Umbau, Fertigstellung“.
  • H1 (Hauptüberschrift): die Leistung in klaren Worten, ohne Werbesprache.
  • Einleitung: zwei bis drei Sätze, für wen die Leistung ist und was der Kunde bekommt.
  • Ablauf: wie eine Zusammenarbeit läuft, von der Anfrage bis zur Übergabe. Das nimmt Unsicherheit.
  • Referenzen: zwei bis drei echte Projekte mit Foto und Ort, kein Stockmaterial.
  • FAQ: die Fragen, die Sie am Telefon ständig hören (Dauer, Kosten, Förderungen, Genehmigungen).
  • Kontakt: Telefonnummer und Formular direkt auf der Seite, nicht nur im Menü.
  • Interne Links: Verweise auf verwandte Leistungen und zurück auf die Übersicht.

Ab etwa 400 bis 600 Wörtern hat eine Leistungsseite genug Substanz, um ernst genommen zu werden. Wichtiger als die Wortzahl ist, dass jeder Absatz etwas Konkretes sagt.

Einen One-Pager aufteilen, ohne Rankings zu verlieren

Die Angst vieler Betriebe: „Wenn ich alles umbaue, bin ich bei Google weg.“ Das passiert nur, wenn man es unüberlegt macht. So geht es sicher:

  1. Bestehende Rankings notieren. Schauen Sie in der Google Search Console nach, für welche Suchbegriffe die Startseite heute Klicks bekommt.
  2. Leistungsseiten anlegen, bevor Sie etwas löschen. Schreiben Sie jede neue Seite fertig und veröffentlichen Sie sie.
  3. Startseite zur Übersicht umbauen. Die Startseite behält für jede Leistung einen kurzen Absatz mit Link zur jeweiligen Unterseite. Sie wird zur Verteilerseite, nicht zur Enzyklopädie.
  4. Menü anpassen. Jede Leistungsseite gehört ins Hauptmenü, damit Google und Besucher sie in einem Klick erreichen.
  5. Weiterleitungen setzen. Hatte Ihr One-Pager Sprungmarken wie „ihre-seite.at/#badsanierung“, die irgendwo verlinkt sind, richten Sie eine 301-Weiterleitung auf die neue Seite ein, sofern Ihr System das erlaubt. Sprungmarken selbst kann Google nicht weiterleiten, deshalb aktualisieren Sie zusätzlich alle Links, die Sie selbst gesetzt haben (Google-Unternehmensprofil, Social Media, Signatur).
  6. Sitemap prüfen. Die neuen Seiten müssen in der XML-Sitemap stehen.

Rechnen Sie mit einigen Wochen, bis Google die neue Struktur vollständig übernommen hat.

Beispiel: Seitenstruktur für zwei typische Betriebe

Installateur in Oberösterreich

  • Startseite (Übersicht mit Kurzabsätzen und Links)
  • Badsanierung
  • Heizungstausch und Wärmepumpe
  • Solaranlage und Photovoltaik
  • Sanitär und Reparaturen
  • Notdienst
  • Referenzen, Über uns, Kontakt

Physiotherapie-Praxis in Graz

  • Startseite (Übersicht)
  • Physiotherapie bei Rückenschmerzen
  • Therapie nach Operationen und Verletzungen
  • Sportphysiotherapie
  • Manuelle Lymphdrainage
  • Hausbesuche
  • Kassen und Kosten (eigene Seite, weil ständig gefragt)
  • Team, Praxis, Kontakt

Beide Strukturen haben sechs bis acht Leistungsseiten. Das ist für einen kleinen Betrieb realistisch und für Google eindeutig.

Typische Fehler beim Aufteilen

Duplikate. Wer denselben Text mit ausgetauschtem Ortsnamen auf fünf Seiten stellt, erzeugt Kopien. Google wählt eine davon aus und ignoriert den Rest.

Zu dünne Seiten. Eine Leistungsseite mit drei Sätzen und einem Foto ist schlechter als der Abschnitt auf dem alten One-Pager. Dann lieber zwei verwandte Leistungen auf einer Seite zusammenfassen.

Städte-Seiten ohne Inhalt. „Installateur Wels“, „Installateur Linz“, „Installateur Steyr“ mit identischem Text bringen nichts. Eine Ortsseite lohnt sich nur, wenn Sie dort tatsächlich Projekte, Ansprechpartner oder einen Standort haben und darüber schreiben können.

Verwaiste Seiten. Eine Leistungsseite, die weder im Menü noch von der Startseite verlinkt ist, findet Google spät oder gar nicht.

Erfolg messen mit der Google Search Console

Die Google Search Console ist kostenlos und zeigt, für welche Suchanfragen welche Seite erscheint. Nach der Umstellung sollten Sie unter „Leistung“ nach Seiten filtern: Jede Leistungsseite sollte nach einigen Wochen eigene Impressionen und Klicks für ihr Thema sammeln, während die Startseite hauptsächlich für den Firmennamen erscheint. Genau das ist das Ziel. Sehen Sie stattdessen, dass zwei Seiten für dieselbe Suchanfrage abwechselnd auftauchen, überschneiden sich ihre Themen und Sie sollten sie schärfer trennen.

Ob Ihre Website heute noch alles auf die Startseite packt, sehen Sie schnell: Unser kostenloser Check prüft unter anderem die interne Verlinkung und die Textmenge der Startseite und zeigt Ihnen, wo die Aufteilung ansetzen sollte.

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