Ratgeber · 5 Min. Lesezeit
Google Search Console in 15 Minuten einrichten, ganz ohne Technikwissen
Schritt für Schritt zur Google Search Console: Konto, Bestätigung, Sitemap und die drei Berichte, die kleine Betriebe in Österreich wirklich brauchen.
Sie haben eine Website, aber Sie wissen nicht, ob Google sie überhaupt anzeigt? Genau dafür gibt es die Google Search Console. Sie ist kostenlos, kommt direkt von Google und braucht kein Technikwissen. Die Einrichtung dauert eine Viertelstunde, und danach wissen Sie, wonach Menschen suchen, wenn sie Ihren Betrieb finden, und ob Google alle Ihre Seiten aufgenommen hat.
Was die Search Console ist und warum Sie sie brauchen
Die Search Console ist die Schnittstelle zwischen Ihnen und Google. Sie zeigt, welche Suchbegriffe Menschen eingeben, bevor sie auf Ihre Seite klicken, wie oft Ihre Website in den Ergebnissen erscheint und ob Google Probleme mit einzelnen Seiten hat. Ohne die Search Console erfahren Sie das nie. Die Website kann monatelang von Google ignoriert werden, und niemand sagt Ihnen Bescheid.
Für einen Installateur in Graz, ein Café in Linz oder eine Tischlerei im Waldviertel ist das die wichtigste Informationsquelle überhaupt: Sie sehen, ob Anfragen wie „Installateur Graz Notdienst“ tatsächlich bei Ihnen landen oder bei der Konkurrenz.
Schritt 1: Google-Konto anlegen und Property wählen
Sie brauchen ein Google-Konto. Wenn Sie bereits ein Unternehmensprofil bei Google oder eine Gmail-Adresse haben, nutzen Sie dieses Konto. Falls nicht, legen Sie eines mit Ihrer Firmen-E-Mail-Adresse an. Wichtig: Verwenden Sie ein Konto, das dem Betrieb gehört, nicht das private Konto eines Mitarbeiters oder der Agentur. Wechselt später der Webdesigner, bleibt der Zugang bei Ihnen.
Rufen Sie anschließend search.google.com/search-console auf und melden Sie sich an. Google fragt nun, welche Art von „Property“ Sie anlegen möchten. Es gibt zwei Varianten:
Die Variante „Domain“ erfasst alles, was zu Ihrer Adresse gehört: mit und ohne „www“, mit http und https, alle Unterverzeichnisse. Die Bestätigung funktioniert allerdings nur über einen DNS-Eintrag beim Domain-Anbieter (etwa World4You, easyname oder A1). Das ist für Laien oft die größere Hürde.
Die Variante „URL-Präfix“ erfasst nur genau die eingegebene Adresse, zum Beispiel https://www.ihr-betrieb.at. Dafür bietet sie mehrere einfache Bestätigungswege. Für die meisten kleinen Betriebe ist das die praktischere Wahl. Tragen Sie dabei exakt die Adresse ein, unter der Ihre Website im Browser erscheint, inklusive „https://“ und gegebenenfalls „www“.
Schritt 2: Inhaberschaft bestätigen
Google muss sicherstellen, dass Ihnen die Website gehört. Bei „URL-Präfix“ haben Sie vier Möglichkeiten:
HTML-Datei: Sie laden eine kleine Datei herunter und legen sie im Hauptverzeichnis Ihrer Website ab. Das setzt Zugang zum Webspace voraus (FTP oder Hosting-Verwaltung).
HTML-Tag: Sie kopieren eine Zeile Code in den Kopfbereich Ihrer Startseite. Bei WordPress geht das über SEO-Plugins wie Yoast oder Rank Math, die dafür ein eigenes Eingabefeld haben. Bei Baukästen wie Jimdo, Wix oder Squarespace gibt es in den Einstellungen meist einen Bereich für „Verifizierung“ oder „Header-Code“.
DNS-Eintrag: Sie hinterlegen einen TXT-Eintrag beim Domain-Anbieter. Das ist der einzige Weg für die Variante „Domain“.
Google Analytics oder Google Tag Manager: Wenn eines der beiden Werkzeuge bereits auf der Website läuft und Sie mit demselben Google-Konto Zugriff darauf haben, reicht ein Klick.
Falls Ihnen das alles fremd ist: Schicken Sie Ihrem Webdesigner den HTML-Tag aus der Search Console. Das Einfügen ist eine Sache von fünf Minuten. Wichtig ist nur, dass die Property in Ihrem Konto angelegt wurde und Sie der Inhaber bleiben. Der Webdesigner kann anschließend als zusätzlicher Nutzer hinzugefügt werden.
Schritt 3: Sitemap einreichen
Eine Sitemap ist eine Liste aller Seiten Ihrer Website, die Google lesen kann. Sie beschleunigt die Aufnahme neuer Seiten. Bei WordPress mit Yoast oder Rank Math liegt sie üblicherweise unter /sitemap_index.xml, bei vielen anderen Systemen unter /sitemap.xml. Probieren Sie es einfach aus: Geben Sie https://www.ihr-betrieb.at/sitemap.xml im Browser ein. Erscheint eine Liste mit Adressen, haben Sie die richtige gefunden.
In der Search Console klicken Sie links auf „Sitemaps“, tragen den Pfad ein (nur den Teil nach der Domain, also etwa „sitemap.xml“) und klicken auf „Senden“. Der Status sollte kurz darauf auf „Erfolgreich“ wechseln.
Die drei Berichte, die Sie wirklich brauchen
Die Search Console hat viele Menüpunkte. Für einen kleinen Betrieb reichen drei:
„Leistung“: Hier sehen Sie Suchanfragen, Klicks und Impressionen. Impressionen sind die Anzahl, wie oft Ihre Website in den Ergebnissen angezeigt wurde. Klicks sind die tatsächlichen Besuche. Unter „Suchanfragen“ steht, welche Begriffe Menschen eingetippt haben. Das ist die ehrlichste Rückmeldung, die Sie über Ihre Website bekommen können.
„Seiten“ (unter „Indexierung“): Dieser Bericht zeigt, welche Seiten Google aufgenommen hat und welche nicht, samt Begründung. Wenn Ihre wichtigste Leistungsseite hier unter „Nicht indexiert“ steht, findet sie niemand.
„Core Web Vitals“ (unter „Nutzerfreundlichkeit“): Hier bewertet Google, wie schnell und stabil Ihre Seiten auf Handys und Computern laden. Der frühere Bericht „Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten“ wurde von Google Ende 2023 eingestellt, die Core Web Vitals übernehmen diese Rolle. Rote Einträge sind ein klarer Hinweis, dass die Seite technisch überarbeitet gehört.
Was Sie einmal im Monat anschauen sollten
Öffnen Sie einmal im Monat den Bericht „Leistung“ und stellen Sie den Zeitraum auf die letzten drei Monate. Sehen Sie sich die zehn häufigsten Suchanfragen an. Tauchen dort Begriffe auf, die Sie überraschen? Dann lohnt sich vielleicht eine eigene Seite zu diesem Thema. Fehlen Begriffe, die Sie erwarten würden (etwa Ihr Ort plus Ihre Leistung)? Dann fehlt Google vermutlich der passende Text auf Ihrer Website.
Danach ein Blick auf „Seiten“: Ist die Zahl der indexierten Seiten gleich geblieben oder gesunken? Ein plötzlicher Einbruch deutet auf ein technisches Problem hin. Zuletzt „Core Web Vitals“: Alles grün oder orange, dann ist gut. Rot bedeutet Handlungsbedarf.
Häufige Meldungen und was sie bedeuten
„Seite mit Weiterleitung“: Diese Adresse leitet auf eine andere weiter, etwa von http auf https oder von ohne „www“ auf mit „www“. Das ist normal und kein Fehler.
„Durch ‚noindex‘-Tag ausgeschlossen“: Auf der Seite steht eine Anweisung, dass Google sie nicht aufnehmen soll. Bei Impressum, Datenschutz oder Danke-Seiten ist das sinnvoll. Steht Ihre Startseite hier, hat jemand beim Erstellen der Website vergessen, die Sperre zu entfernen. Das passiert häufiger, als man denkt.
„Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert“: Google hat die Seite besucht, aber noch nicht aufgenommen. Bei neuen Seiten ist das oft nur eine Frage der Zeit. Bleibt der Status über Wochen, fehlt der Seite meist eigenständiger Inhalt, etwa bei sehr kurzen Texten oder Seiten, die sich stark ähneln.
„Gefunden, zurzeit nicht indexiert“: Google kennt die Adresse, hat sie aber noch gar nicht besucht. Auch hier gilt: abwarten, bei Dauerzustand Inhalt prüfen.
Die Grundlagen, die vorher stimmen müssen
Die Search Console zeigt Ihnen viel, aber sie setzt voraus, dass die Basis stimmt. Unser kostenloser Check prüft, ob Ihre Website eine Sitemap und eine robots.txt hat und ob die Seite für Google überhaupt freigegeben ist. So wissen Sie schon vor der Einrichtung, ob Google Ihre Seiten lesen darf. Website kostenlos prüfen
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