Ratgeber · 5 Min. Lesezeit
Website-Texte für Handwerker, die Google und Kunden wirklich lesen wollen
Wie Tischler, Installateure, Elektriker, Maler und Dachdecker in Österreich Website-Texte schreiben, die bei Google gefunden werden und Anfragen bringen.
„Herzlich willkommen auf unserer Homepage. Wir freuen uns, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben.“ So beginnen unzählige Websites von Handwerksbetrieben in Österreich. Der Satz ist freundlich gemeint, hilft aber niemandem. Der Besucher weiß danach nicht, was Sie machen und wo. Google weiß es auch nicht. Und genau das ist das Problem: Texte, die nichts sagen, werden weder gefunden noch gelesen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie es besser machen, ob Sie nun selbst schreiben oder Ihrem Webdesigner Vorgaben geben.
Die sechs Fragen, die jeder Kunde hat
Wer auf Ihrer Website landet, hat meist ein konkretes Problem: Die Heizung ist kaputt, das Dach undicht, die Küche soll neu. Diese Person stellt sich immer dieselben Fragen, und Ihre Texte sollten sie in dieser Reihenfolge beantworten:
- Was macht ihr genau?
- Wo seid ihr tätig?
- Für wen arbeitet ihr (Privat, Gewerbe, Hausverwaltungen)?
- Was kostet es ungefähr?
- Wie schnell könnt ihr?
- Warum soll ich gerade euch nehmen?
Die Preisfrage lassen die meisten Betriebe weg, aus Angst, sich festzulegen. Dabei reicht ein Rahmen: „Ein Badumbau in einer Wohnung liegt je nach Ausstattung meist zwischen 12.000 und 25.000 Euro.“ Das schreckt keine ernsthaften Kunden ab, es sortiert die anderen aus und spart Ihnen Anfragen, die ohnehin nichts werden.
So ist eine Leistungsseite aufgebaut
Jede wichtige Leistung bekommt eine eigene Seite. Ein Installateur hat also nicht eine Seite „Leistungen“, sondern eigene Seiten für Badsanierung, Heizungstausch und Wärmepumpe. Der Aufbau ist immer gleich:
- Überschrift mit Leistung und Ort: „Badsanierung in Linz und Umgebung“ statt „Unsere Leistungen“.
- Einleitung (3 bis 5 Sätze): Was Sie machen, für wen, und was den Kunden am Ende erwartet.
- Ablauf: Vom ersten Anruf über die Besichtigung bis zur Übergabe, in 4 bis 6 Schritten.
- Referenzen: Zwei, drei echte Projekte mit Foto, Ort und ein paar Sätzen.
- Häufige Fragen: Fünf Fragen, die Kunden am Telefon wirklich stellen, mit kurzen Antworten.
- Kontakt: Telefonnummer, Formular und die Info, wie schnell Sie sich melden.
Insgesamt 300 bis 600 Wörter. Weniger reicht Google oft nicht, um die Seite einem Thema zuzuordnen. Mehr liest kaum jemand am Handy.
Schreiben Sie, wie Ihre Kunden googeln
Der häufigste Fehler in Handwerker-Texten ist Fachsprache. Sie schreiben „Sanitärinstallation“, der Kunde googelt „Bad sanieren“. Sie schreiben „Elektroinstallation im Bestand“, der Kunde tippt „Elektriker Altbau Stromleitungen neu“. Google bringt beides nur schwer zusammen, und der Kunde fühlt sich beim Lesen nicht angesprochen.
Eine einfache Übung: Schreiben Sie eine Woche lang mit, wie Anrufer ihr Anliegen formulieren. „Bei mir tropft's im Keller“, „wir hätten gern eine neue Stiege“, „das Dach müsste man mal anschauen“. Diese Wörter gehören in Ihre Texte. Fachbegriffe dürfen vorkommen, aber erst nach dem Alltagsbegriff, etwa in Klammern.
Ort und Region einbauen, ohne zu übertreiben
Google muss wissen, wo Sie arbeiten, sonst zeigt es Ihre Seite niemandem in Ihrer Gegend. Gleichzeitig wirkt eine Seite, auf der jeder zweite Satz „Dachdecker Graz“ enthält, unseriös, und Google straft solche Listen ab. Der Ort gehört an vier Stellen, dann reicht es: in die Überschrift, in den ersten Absatz, in den Seitentitel (das ist der Text im Browser-Tab) und einmal natürlich im Fließtext, etwa bei den Referenzen („Dachsanierung eines Einfamilienhauses in Gleisdorf“).
Nennen Sie Ihr Einzugsgebiet konkret: „Wir arbeiten im Bezirk Baden, in Mödling und im südlichen Wien.“ Das ist ehrlicher als „österreichweit“ und bringt Ihnen die Anfragen, die Sie tatsächlich annehmen.
Vorher und nachher: Sätze, die wirklich etwas sagen
Vorher: „Wir sind Ihr kompetenter Partner rund um Holz.“ Nachher: „Wir fertigen Küchen, Einbauschränke und Stiegen nach Maß, in unserer Tischlerei in Ried im Innkreis.“
Vorher: „Qualität und Zuverlässigkeit stehen bei uns an erster Stelle.“ Nachher: „Wir nennen Ihnen einen fixen Termin und halten ihn. Wenn etwas dazwischenkommt, rufen wir an, bevor Sie warten müssen.“
Vorher: „Unsere Leistungen umfassen sämtliche Malerarbeiten im Innen- und Außenbereich.“ Nachher: „Wir malen Wohnungen, Stiegenhäuser und Fassaden. Eine 80-Quadratmeter-Wohnung ausmalen dauert bei uns meist zwei Tage.“
Vorher: „Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Angebot.“ Nachher: „Rufen Sie an oder schicken Sie Fotos per WhatsApp. Sie bekommen innerhalb von zwei Werktagen eine Einschätzung mit Preisrahmen.“
Vorher: „Seit über 30 Jahren im Dienste unserer Kunden.“ Nachher: „Seit 1994 sanieren wir Dächer im Mostviertel. Viele unserer heutigen Kunden sind die Kinder unserer ersten.“
Das Muster ist immer gleich: konkret statt allgemein, ein Ort statt „Ihre Region“, eine Zahl statt „schnell“, ein Versprechen statt einer Floskel.
Fotos von eigenen Baustellen schlagen jede Bilddatenbank
Ein Foto von Ihrer letzten Baustelle sagt mehr als jeder Text, und es unterscheidet Sie von Betrieben, die dasselbe lächelnde Modell mit Bauhelm zeigen wie hundert andere. Fotografieren Sie jede Baustelle vorher und nachher, mit dem Handy, bei Tageslicht, das reicht.
Jedes Bild braucht eine Bildbeschreibung (Alt-Text). Google kann Fotos nicht ansehen, es liest diese Beschreibung. „IMG_4821.jpg“ sagt nichts, „Fertig saniertes Bad mit bodengleicher Dusche in Wels“ sagt alles. Ihr Webdesigner kann das eintragen, wenn Sie ihm die Texte liefern.
Fehler, die Sie vermeiden sollten
- Texte vom Mitbewerber kopieren. Google erkennt doppelte Inhalte, und Kunden merken es auch.
- Alle Leistungen auf eine Seite quetschen. Eine Seite kann bei Google nur für ein Thema vorne sein.
- „Wir“ in jedem Satz. Schreiben Sie öfter „Sie“: Was der Kunde bekommt, nicht was Sie alles können.
- Keine Telefonnummer im Text. Sie gehört auf jede Seite, am Handy anklickbar.
- Texte einmal schreiben und nie mehr anfassen. Ein neues Referenzprojekt pro Quartal hält die Seite lebendig.
Der 30-Minuten-Plan für eine Leistungsseite
Sie brauchen kein Wochenende, sondern eine halbe Stunde und ein Blatt Papier.
- Minute 1 bis 5: Leistung wählen, mit der Sie am liebsten mehr Aufträge hätten. Überschrift schreiben: Leistung plus Ort.
- Minute 6 bis 12: Die sechs Kundenfragen von oben in je ein bis zwei Sätzen beantworten. Nicht schön, nur ehrlich.
- Minute 13 bis 18: Den Ablauf in fünf Schritten aufschreiben, so wie Sie ihn am Telefon erklären.
- Minute 19 bis 24: Zwei Projekte aus dem letzten Jahr aussuchen, je drei Sätze dazu, Fotos aus dem Handy raussuchen.
- Minute 25 bis 28: Fünf Fragen notieren, die Kunden immer stellen, kurz beantworten.
- Minute 29 bis 30: Telefonnummer und Antwortzeit unten hin. Fertig.
Das Ergebnis ist kein perfekter Text, aber einer, der mehr sagt als 90 Prozent der Handwerker-Websites. Feilen können Sie später.
Ob Ihre Startseite die Grundlagen erfüllt, sehen Sie in einer halben Minute: Unser kostenloser Check prüft den Seitentitel, die Überschriften und ob genug Text vorhanden ist, damit Google versteht, was Sie anbieten und wo.
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