Ratgeber · 4 Min. Lesezeit

Die zwölf häufigsten Gründe, warum eine Firmenwebsite bei Google nicht gefunden wird

Warum eine Firmenwebsite bei Google nicht auftaucht und wie Sie jede Ursache selbst erkennen. Mit Prüfanleitung für Betriebe in Österreich.

„Wir haben eine Website, aber bei Google findet uns niemand.“ Diesen Satz hören wir von Tischlereien, Installateuren, Praxen und Kanzleien gleichermaßen. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen steckt kein Geheimnis dahinter, sondern eine von zwölf Ursachen, die sich in wenigen Minuten prüfen lassen. Die schlechte Nachricht: Oft sind es mehrere gleichzeitig.

1. Die Website ist für Google gesperrt

Klingt absurd, ist aber der häufigste Einzelfehler. Beim Bau der Website wird ein Häkchen gesetzt, damit die Baustelle nicht in Google landet (in WordPress unter Einstellungen → Lesen: „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“). Nach dem Start vergisst man, es wieder zu entfernen. Die Seite existiert dann, aber Google darf sie nicht aufnehmen.

So prüfen Sie es: Quelltext der Startseite öffnen (Rechtsklick → Seitenquelltext anzeigen) und nach noindex suchen. Steht dort <meta name="robots" content="noindex">, ist die Seite gesperrt. Eine zweite Sperre kann in der Datei robots.txt liegen (Ihre-Domain.at/robots.txt): Die Zeile Disallow: / unter User-agent: * verbietet Google alles.

2. Der Seitentitel sagt nichts aus

Der Seitentitel ist die blaue Überschrift im Google-Ergebnis. Bei sehr vielen Firmenwebsites lautet er „Home“, „Startseite“ oder nur der Firmenname. Wer aber „Tischler Gmunden“ sucht, findet keine Seite, die „Home“ heißt. Der Titel muss enthalten, was Sie tun und wo: „Tischlerei Muster | Maßmöbel und Küchen in Gmunden“.

3. Es gibt nur eine Seite

Viele Websites bestehen aus einer langen Startseite mit allen Leistungen untereinander. Google ordnet jeder Seite ein Thema zu. Eine Seite, die zehn Themen abdeckt, wird für keines davon stark bewertet. Jede wichtige Leistung braucht eine eigene Unterseite mit eigenem Titel, eigener Überschrift und mindestens 300 Wörtern Text.

4. Zu wenig Text

Schöne Fotos, drei Sätze Text. Für Besucher angenehm, für Google zu wenig Information. Ohne Text kann die Suchmaschine nicht einordnen, wofür die Seite steht. Faustregel: Startseite 300 bis 600 Wörter, jede Leistungsseite ebenfalls. Beschreiben Sie, was Sie tun, für wen, in welcher Region und was Sie von anderen unterscheidet.

5. Der Ort fehlt

Kleine Betriebe leben von regionalen Suchen. Steht nirgends, dass Sie in Vöcklabruck und Umgebung arbeiten, kann Google Sie regionalen Suchenden nicht zuordnen. Ort und Region gehören in den Seitentitel, in die Hauptüberschrift, in den Text und ins Impressum.

6. Kein Google-Unternehmensprofil

Bei Suchen wie „Installateur in der Nähe“ zeigt Google zuerst die Karte mit drei Betrieben. Diese kommen aus dem Google-Unternehmensprofil (früher Google My Business), nicht von der Website. Wer kein Profil hat oder es nie beansprucht hat, fehlt dort. Das Profil ist kostenlos, dauert eine halbe Stunde und ist für regionale Betriebe der wirksamste einzelne Schritt.

7. Die Seite ist am Handy unbenutzbar

Google bewertet Websites seit Jahren nach ihrer mobilen Version. Ist die Seite am Smartphone winzig, überlappen sich Elemente oder ist die Telefonnummer nicht antippbar, wirkt sich das direkt auf die Platzierung aus. Test: Website am eigenen Handy öffnen und versuchen, ohne Zoomen anzurufen.

8. Ladezeit

Jede Sekunde Wartezeit kostet Besucher, und Google misst das (Core Web Vitals). Häufigste Ursachen: riesige Fotos direkt von der Kamera, zu viele Plugins, billiges Hosting ohne Caching. Bilder verkleinern (maximal 200 KB, Format WebP) bringt bei den meisten Websites am meisten.

9. Keine Verschlüsselung

Wird die Seite über http:// statt https:// ausgeliefert, zeigen Browser „Nicht sicher“ an und Google stuft sie herab. Jeder Hoster bietet heute kostenlose Zertifikate an. Danach muss jeder Aufruf von http auf https weitergeleitet werden.

10. Bilder ohne Beschreibung

Google kann Bilder nur über den Alt-Text verstehen. Fehlt er, ist die schönste Referenzgalerie für die Suche unsichtbar. Jedes inhaltliche Bild bekommt eine kurze Beschreibung: „Eichenküche mit Kochinsel, Tischlerei Muster, Gmunden“.

11. Die Website ist neu

Eine Website, die vor zwei Wochen online ging, kann noch nicht vorne stehen. Google braucht Zeit, um Vertrauen aufzubauen, meist drei bis sechs Monate, bei umkämpften Begriffen länger. Beschleunigen lässt sich das mit einer Sitemap in der Google Search Console, einem gepflegten Unternehmensprofil und Verlinkungen von Branchenverzeichnissen, Lieferanten und Partnern.

12. Es gibt keine Verlinkungen von außen

Google wertet Links von anderen Websites als Empfehlung. Ein Betrieb ohne einen einzigen eingehenden Link wirkt wie ein Geschäft ohne Schild. Realistische Quellen: WKO-Firmen-A-Z, Herold, regionale Vereine, Lieferanten („Unsere Partner“), Presseberichte, Kammerverzeichnisse.

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Neun dieser zwölf Ursachen lassen sich automatisch prüfen. Unser kostenloser Check liest Ihre Startseite so, wie Google sie sieht, und zeigt, welche Punkte bei Ihrer Website offen sind: Sperren, Seitentitel, Textmenge, Handy-Tauglichkeit, Ladezeit, Verschlüsselung, Bildbeschreibungen, Sitemap und die Verknüpfung mit dem Unternehmensprofil. Ohne Anmeldung, in klarem Deutsch.

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